
Herzlich willkommen ...
Mit meiner Fortbildungsreihe möchte ich eine Lücke schließen im bestehenden traumaspezifischen Angebot für die therapeutische Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen.
Mittlerweile wurde der Zusammenhang von (Komplex-)Trauma und Dissoziation ausführlich erforscht, das Spektrum von dissoziativen Phänomenen bis hin zu dissoziativen Störungen bei Erwachsenen ausführlich beschrieben und erörtert. In der Psychotherapie mit Erwachsenen wurden Behandlungsansätze und -techniken für komplex traumatisierte und hoch dissoziativen Erwachsenen auch Schulen übergreifend weiterentwickelt und spezifiziert.
Der Erforschung von Dissoziation bei Kindern und Jugendlichen dagegen wurde in Theorie und Praxis lange viel weniger Beachtung geschenkt als der Erforschung von Dissoziation bei Erwachsenen. Kinderpsychotherapeutische Expertinnen der ISSTD (hervorzuheben sind Sandra Wieland, Joy Silberg, Frances Waters) haben in den letzten 20-30 J. sich intensiv mit dem Thema „Dissoziation bei Kindern und Jugendlichen“ befasst, ihre Erkenntnisse und Erfahrungen publiziert und Behandlungsansätze vorgestellt. Ihre Theorien und Behandlungsansätze sind im deutschsprachigen Raum leider noch zu wenig verbreitet. Dissoziative Phänomene, dissoziative Symptomatiken und die sich möglicherweise anbahnende Entwicklung einer dissoziativen Störung bei Kindern und Jugendlichen werden auch heute noch im psychotherapeutischen und psychiatrischen Kontext häufig nicht erkannt und dementsprechend nicht diagnostiziert. Psychotherapeutische Behandlungen, die komplex traumatisierte Kinder und Jugendliche dann erfahren, greifen deshalb oft zu kurz, gehen an wesentlichen innerpsychischen Dynamiken der Kinder/Jugendlichen vorbei und bringen nicht den erwünschten Erfolg hinsichtlich der Heilung der Kinder/Jugendlichen.
Dissoziation ist Bewältigungsstrategie, biologischer Überlebensmechanismus und tritt ein, wenn Gefühle für das Kind unaushaltbar sind. Konfrontiert mit Vernachlässigung und Gewalt in all ihren Erscheinungsformen – dies häufig durch engste Bindungspersonen und gleichzeitig fehlendem Schutz und Rückhalt durch fürsorgliche Erwachsene - muss das Kind häufig von Baby- oder Kleinkindalter an auf Dissoziation zurückgreifen, um psychisch überleben zu können. Das sich noch in Entwicklung befindende Selbst des Kindes kann integrative Funktionen nicht entwickeln. Es bleibt aufgespalten: Teilpersönlichkeiten tragen die Erinnerungen, Affekte und Körpersensationen des Traumageschehens
Ich freue mich, eine Fortbildungsreihe anzubieten, die helfen kann, das Leiden der oft schwer traumatisierten Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu verstehen und es zu lindern.


