Übersicht der Seminare


Termine

Ich biete jährlich in der Regel im September startend eine 3-teilige Fortbildungsreihe in Potsdam an.

Fortbildungsreihe 2026/2027:
11./12.09.2026
20./21.11.2026
19./20.02.2027

Fortbildungsreihe 2027/2028:
17./18.09.2027
03./04.12.2027
18./19.02.2028


Inhalt der Seminare

Diese Fortbildung vermittelt den aktuellen Stand in Theorie und Praxis hinsichtlich der Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit dissoziativer Symptomatik bzw. dissoziativer Störung.

Teil 1:
• Frühe, schwere und anhaltende Bindungstraumatisierungen haben massive Auswirkungen auf das sich entwickelnde Gehirn und damit die Persönlichkeitsentwicklung des Kindes und Jugendlichen. Dysfunktionale Strukturen in Familien beeinflussen die Bildung und das Fortbestehen dissoziativer Symptomatik.
• Dissoziation bei Kindern und Jugendlichen stellt sich anders dar als bei Erwachsenen. Wie erleben Kinder und Jugendliche an sich selbst dissoziative Prozesse und dissoziative Störungen? Wie zeigen sie sich in ihrem Alltag, wie im therapeutischen Geschehen? Spezifische Fragestellungen und Fragebögen helfen, den Schweregrad dissoziativer Prozesse bzw. Störungen einzuschätzen.
• Ein Hauptgewicht in der Arbeit mit dissoziativen Kindern und Jugendlichen liegt auf der Stabilisierung. Bei Kindern ist es wichtig, die heutigen Bezugspersonen stärker als üblich mit in den Therapieprozess einzubeziehen. Die Teilnehmer* innen werden lernen, dem Kind und seinen Bezugspersonen Dissoziation zu erklären und beide zu unterstützen, abgespaltene „States/Parts“ beim Kind zu erkennen. Jüngere Kinder brauchen die Unterstützung der heutigen Bezugspersonen bei ihrer Erregungs- und Affektregulation. Bindungsunterstützende Interventionen, die nicht nur das Kind in seiner Alltagspersönlichkeit, sondern auch die dissoziierten, häufig abrupt „nach vorne schießenden States / Parts“ erreichen, werden im Kurs erarbeitet.
Des Weiteren werden neben hypnotherapeutischen insbesondere auch körpertherapeutische Interventionen vorgestellt, mit deren Hilfe das Kind, der/die Jugendliche selbst sich besser in seiner/ihrer Erregung und seinen/ihren Affekten regulieren kann.

Teil 2:
• Im 2. Teil steht die therapeutische Arbeit mit „States/ Parts“ im Vordergrund. Mithilfe kinderspezifischer Interventionen können Kinder sich ihren abgespaltenen Persönlichkeitsanteilen annähern und sich mit diesen auseinandersetzen. Die Arbeit mit Täterintrojekten bzw. Täter-imitierenden Anteilen stellen dabei eine besondere Herausforderung auch für die Therapeutin/den Therapeuten dar. Die Teilnehmer*innen werden lernen, mit dem Kind bzw. der/dem Jugendlichen eine „innere Landkarte“ zu entwickeln und auf altersangemessene Weise innere Kommunikation zwischen den einzelnen Persönlichkeitsanteilen aufzubauen.
• Abweichend vom üblichen Behandlungssetting ist in der Behandlung komplex traumatisierter und dissoziativer Kinder Zusammenarbeit mit den Systemen Schule, Jugendhilfe, Gericht häufig unumgänglich. Der/die Therapeut*in muss vermitteln, wie das Kind durch Täterkontakte re-traumatisiert werden kann, und dass Rückführung oder anberaumte Besuchsregelungen sich schädigend auf die Psyche des Kindes auswirken können. Die dissoziative Symptomatik des Kindes dient häufig als Bewältigungsstrategie im Umgang mit Täterpersonen.

Teil 3:
• Traumaprozessieren geschieht in „bits and pieces“. Methoden, wie mit Kindern und Jugendlichen traumatisches Material durch alle Sinneskanäle sicher prozessiert werden kann, werden vorgestellt. Bei jüngeren Kindern zeigt sich Traumaerleben häufig im Spiel und kann auch im Spiel bearbeitet werden. Interventionen, wie das Kind Wege aus posttraumatischem Spiel findet, sollen dargestellt werden. Neben EMDR (das im Kurs als Methode nicht erlernt werden kann) helfen Traumaerzähl-geschichten beim jüngeren Kind, Traumaerleben zu prozessieren. Die „Bildschirmtechnik“ ist insbesondere eine Bereicherung in der Arbeit mit älteren Kindern und Jugendlichen. Sie ist sehr geeignet, um Amnesieschranken zu überwinden.
• Die Integration abgespaltener „States/Parts“ ist wesentliches Ziel in der Behandlung eines Kindes mit dissoziativer Symptomatik. Kreative Techniken, mit denen zum Ende der Behandlung gelungene Integration symbolisiert werden kann, werden vorgestellt.


Ich werde im Kurs Videos aus meiner therapeutischen Arbeit zeigen. Es besteht ausreichend Möglichkeit zur Fallsupervision.