Seminare F1, F2, F3 | 2019

 
Thema:

Diagnostik und Behandlung traumatisierter Kinder und Jugendlicher
mit dissoziativer Symptomatik und dissoziativer Störung
> 3-teilige aufeinander aufbauende Fortbildung

Leiterin:
Anne Schmitter-Boeckelmann, Kinder- u. Jugendlichen- Psychotherapeutin

Inhalt:
Diese Fortbildung vermittelt den aktuellen Stand in Theorie und Praxis hinsichtlich der Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit dissoziativer Symptomatik bzw. dissoziativer Störung.

Teil 1 | Seminar F1:
- Frühe, schwere und anhaltende Bindungstraumatisierungen haben massive Auswirkungen auf das sich entwickelnde Gehirn und damit die Persönlichkeitsentwicklung des Kindes und Jugendlichen. Dysfunktionale Strukturen in Familien beeinflussen die Bildung und das Fortbestehen dissoziativer Symptomatik.
- Dissoziation bei Kindern und Jugendlichen stellt sich anders dar als bei Erwachsenen. Wie erleben Kinder und Jugendliche an sich selbst dissoziative Prozesse und dissoziative Störungen? Wie zeigen sie sich in ihrem Alltag, wie im therapeutischen Geschehen? Spezifische Fragestellungen und Fragebögen helfen, den Schweregrad dissoziativer Prozesse bzw. Störungen einzuschätzen.
- Ein Hauptgewicht in der Arbeit mit dissoziativen Kindern und Jugendlichen liegt auf der Stabilisierung. Bei Kindern ist es wichtig, die heutigen Bezugspersonen stärker als üblich mit in den Therapieprozess einzubeziehen. Die TeilnehmerInnen werden lernen, dem Kind und seinen Bezugspersonen Dissoziation zu erklären und beide zu unterstützen, abgespaltene „States/Parts“ beim Kind zu erkennen. Jüngere Kinder brauchen die Unterstützung der heutigen Bezugspersonen bei ihrer Erregungs- und Affektregulation. Bindungsunterstützende Interventionen, die nicht nur das Kind in seiner Alltagspersönlichkeit, sondern auch die dissoziierten, häufig abrupt „nach vorne schießenden States / Parts“ erreichen, werden im Kurs erarbeitet.
Des Weiteren werden neben hypnotherapeutischen insbesondere auch körpertherapeutische Interventionen vorgestellt, mit deren Hilfe das Kind/der Jugendliche selbst sich besser in seiner Erregung und seinen Affekten regulieren kann.

Teil 2 |  Seminar F2:

- Im 2. Teil steht die therapeutische Arbeit mit „States/ Parts“ im Vordergrund. Mithilfe kinderspezifischer Interventionen können Kinder sich ihren abgespaltenen Persönlichkeitsanteilen annähern und sich mit diesen auseinandersetzen. Die Arbeit mit Täterintrojekten bzw. Täter imitierenden Anteilen stellen dabei eine besondere Herausforderung auch für die Therapeutin/den Therapeuten dar. Die Teilnehmer-Innen werden lernen, mit dem Kind bzw. Jugendlichen eine „innere Landkarte“ zu entwickeln und auf altersangemessene Weise innere Kommunikation zwischen den einzelnen Persönlichkeitsanteilen aufzubauen.
- Abweichend vom üblichen Behandlungssetting ist in der Behandlung komplex traumatisierter und dissoziativer Kinder Zusammenarbeit mit den Systemen Schule, Jugendhilfe, Gericht häufig unumgänglich. Die Therapeutin/der Therapeut muss vermitteln, wie das Kind durch Täterkontakte re-traumatisiert werden kann, und dass Rückführung oder anberaumte Besuchsregelungen sich schädigend auf die Psyche des Kindes auswirken können. Die dissoziative Symptomatik des Kindes dient häufig als Bewältigungsstrategie im Umgang mit Täterpersonen.

Teil 3 | Seminar F3:
- Traumaprozessieren geschieht in „bits and pieces“. Methoden, wie mit Kindern und Jugendlichen traumatisches Material durch alle Sinneskanäle sicher prozessiert werden kann, werden vorgestellt. Bei jüngeren Kindern zeigt sich Traumaerleben häufig im Spiel und kann auch im Spiel bearbeitet werden. Interventionen, wie das Kind Wege aus posttraumatischem Spiel findet, sollen dargestellt werden. Neben EMDR (das im Kurs als Methode nicht erlernt werden kann) helfen Traumaerzähl-geschichten beim jüngeren Kind, Traumaerleben zu prozessieren. Die „Bildschirmtechnik“ ist insbesondere eine Bereicherung in der Arbeit mit älteren Kindern und Jugendlichen. Sie ist sehr geeignet, um Amnesieschranken zu überwinden.
- Die Integration abgespaltener „States/Parts“ ist wesentliches Ziel in der Behandlung eines Kindes mit dissoziativer Symptomatik. Kreative Techniken, mit denen zum Ende der Behandlung gelungene Integration symbolisiert werden kann, werden vorgestellt.

Ich werde im Kurs Videos aus meiner therapeutischen Arbeit zeigen. Es besteht ausreichend Möglichkeit zur Fallsupervision.

Seminardaten und Zeiten:
Seminar Diagnostik und Behandlung traumatisierter Kinder und Jugendlicher
mit dissoziativer Symptomatik und dissoziativer Störung

Seminar 1: 22./23.03.2019
Seminar 2: 17./18.05.2019
Seminar 3: 23./24.08.2019
Zeiten: freitags 12.00 - 19.00 Uhr, samstags 10.00 - 17.00 Uhr

Ort:
Kulturhaus Babelsberg, Karl-Liebknechtstraße 135, 14482 Potsdam

Kosten:
pro Seminar 340,00 €
Die Fortbildung F1; F2; F3 kann nur im Ganzen gebucht werden.

Zertifizierung:
Die Fortbildung wird mit 48 Pkt. zertifiziert über die Ostdeutsche Psychotherapeutenkammer und ist anerkennungsfähig für den Antrag zur Aufnahme in der Liste: Psychotraumatherapie Kinder/Jugendl. OPK.

>>> PDF-Anmeldeformular