Seminar F3

 
Thema:

Rituelle Gewalt, Mind-Control und organisierte Ausbeutung: Erkennen, beurteilen, handeln

Zielgruppe:
Seminar für PsychologInnen, Fachkräfte im Sozial- und Gesundheitswesen sowie in pädagogischen Berufen.

Leiterin:
Michaela Huber, Psychologische Psychotherapeutin,
1. Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Trauma und Dissoziation (DGTD)

Worum geht es?
Ein größerer Prozentsatz der sogenannten Kinderpornografie und Kinderprostitution sowie der Erwachsenen-Prostitution (meist von Frauen) enthält rituelle Gewalt, also systematische „Zurichtungsformen“, sadistische Folter und ein „Training“ für die Opfer, um sich widerstandslos (weiterhin) ausbeuten zu lassen. Etliche Menschen berichten auch von Misshandlungserfahrungen im Zusammenhang mit angeblich „satanischen“ oder anderen Kult-artigen Ritualen. Und wenn Kinder, Jugendliche bzw. Erwachsene organisierten, sadistischen Formen von Ausbeutung ausgesetzt sind oder waren, besteht die größte Schwierigkeit für sie darin, sich über das i.d.R. mit Todesdrohungen verbundene Schweigegebot hinwegzusetzen und sich wenigstens in Andeutungen HelferInnen anzuvertrauen.

Welche Fragen werden erörtert?
Daher sollten alle, die im Sozial- und Gesundheitswesen sowie in pädagogischen Berufen arbeiten, Grundkenntnisse haben über die Merkmale, die auf solche Formen von Gewalterfahrungen hindeuten. Welche Symptome zeigen die Betroffenen? Welche typischen Formen von Intrusionen (flashbackartige Erinnerungen) schildern sie? Unter welchen Gedanken-, Gefühls- und Verhaltenszwängen leiden sie? Und wenn wir die andere Seite betrachten: Wer sind die Täter(gruppen)? Was ist das überhaupt für eine moderne Form von Sklavenmarkt? Wer sind die Kunden? Gibt es ideologische Glaubensrichtungen, die zu beachten sind? Welche Studien gibt es international zu diesem Thema? Welchen Erinnerungs-Verzerrungen können Betroffene unterliegen? Können wir glauben, was uns die KlientInnen erzählen: ganz, teilweise – gar nicht? Woran könnten wir erkennen, ob das, was berichtet wird, auch tatsächlich stattgefunden haben könnte?

Manchmal müssen wir ja im „Doppel-Denk“ handeln: Alles, was wir tun und vorschlagen, muss passend sein – ob die berichteten Verbrechen tatsächlich stattgefunden haben, oder ob die KlientIn sie sich nur ausgedacht hat. Wie können wir da „auf der sicheren Seite“ sein? Gibt es Beweise und wie können wir sie einfordern und trotzdem abstinent sein? Wie bauen wir genügend Vertrauen auf, um mit den Betroffenen erste Schritte aus den zerstörerischen Beziehungen heraus zu planen? Und falls jemand behauptet, schon „ausgestiegen“ zu sein – woran könnten wir es erkennen? Diagnostik und Differentialdiagnostik sowie Prognose: Wer kann es schaffen, erfolgreich aus dem Täterring auszusteigen – und was könnte danach folgen?

Seminardaten und Zeiten:
28./29.04.2017
Freitag 11–18 Uhr und Samstag 10-17 Uhr
Es sind nur kurze Pausen vorgesehen, in denen jeweils ein kleiner Imbiss gereicht wird.

Ort:
Praxis in 14712 Rathenow, Kleine Waldemarstr. 8

Kosten:
360 Euro
einzeln buchbar

Weitere Informationen oder bei Fragen:
Katja Paternoga
Tel: 030 - 99548592
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